Wir gehen nur ein wenig BergsteigenIn wenigen Tagen ist es wieder soweit und die Reise zur Frühlings-Saison im Himalaya, beginnt mit der Abreise nach Nepal.
Die Vorbereitungszeit beginnt immer mit dem Überprüfen des Materials: Medikamenten-Boxen, Solaranlagen, Essen einkaufen. Im vergangenen Jahr haben wir mit einem Everest-Summiter von Kobler & Partner (Marko Reuss) neue Sauerstoffregulatoren entwickelt, um für die Bergsteiger die bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten.
Der Herbst im vergangenen Jahr und der Frühling 2010 waren sehr intensiv, denn an verschiedenen Orten hat sich nach vielen Jahren des "Eingespielt-Seins" etwas bewegt.
Fangen wir mit Nepal an, meiner eigentlichen Drehscheibe für den asiatischen Raum. Bei meinem Partner in Nepal wurden die Kinder langsam erwachsen und die Eltern älter, was sich in verschiedenen Gebrechen manifestiert hat. Die Ehefrau von meinem Partner musste vor 2 Jahren eine Nierentransplantation über sich ergehen lassen. Dann hat er selber gemerkt, dass er Zuckerkrank ist. Diese widrigen Umstände waren für die ganze Familie nicht einfach. Es wäre nun zuviel, dies hier alles ausführlich zu erklären und ich denke das World Wide Web ist nicht die Plattform dazu. Doch nun das Erfreuliche: nach vielen langen Gesprächen und unserer Unterstützung ist alles wieder geregelt und es geht allen viel besser. Mein "kleiner Bruder" in Nepal ist wieder der alte!
Dann war da noch die Geschichte mit einem der Heroes des Films "Die wahren Helden vom Everest". Er ist sozusagen auf die schiefe Bahn geraten, denn in Nepal haben sich in der Zwischenzeit viele Versuchungen geboten (freiere Sexualität, Glücksspiel und was es eben in der grossen weiten Welt sonst noch alles an Versuchungen gibt). Nach dem Zerbrechen einer grossen Liebe ist er ziemlich abgestürzt und hat die Welt des leichten Lebens und der Casinos entdeckt. Viele Gespräche zwischen seinem Vater und mir haben ihn dann wieder auf den richtigen Pfad geführt und er hat selbst gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann.
In Indien waren wir mit unserem Agenten nicht unzufrieden, doch war immer ein unerklärlich schlechtes Gefühl vorhanden. Dies hat mich dazu bewogen, fünf verschiedene neue Agenturen zu besuchen und abzuklären, ob es neue, bessere Optionen gibt. Nun hoffen wir, dass es sie wirklich gibt, denn wir haben unsere Agentur nun gewechselt. Die Agentur, für die wir uns entschieden haben, wurde mir von unseren Sherpas aus Nepal empfohlen. Mingma hat schon verschiedentlich mit ihnen gearbeitet und wurde immer anständig von ihnen behandelt. Den gleichen Eindruck hatte ich auch. Es ist ein Familienunternehmen mit einer richtigen Mutter, die dahinter steht und die alles zusammenhält. Es gibt immer verschiedene Gründe warum man sich schlussendlich für ein Unternehmen entscheidet. Der faire Umgang mit den Untergebenen war der Hauptgrund für diesen Entscheid. Sie, als Kunden, sehen nicht viel von den Chefs. Sie sind zusammen mit den Angestellten unterwegs und wenn diese zufrieden sind, machen sie auch gute Arbeit.
Ich darf hier mit Stolz sagen, dass die neue Saison nicht besser sein könnte. Alles ist geregelt, ausser kleinen Widrigkeiten, die wir aber nicht beeinflussen können. Wir hatten noch nie zuvor so viele Expeditionen und Reisen wie dieses Jahr am Laufen und dies freut uns natürlich enorm, vor allem nachdem ich das Gefühl hatte, es könnte ein eher schwierigeres Jahr werden.
Nun hiess es also Packen für die neuen Expeditionen. Dazu gehört das 50-jährige Jubiläum der Dhaulagiri-Expedition. Richi Bolt war die treibende Kraft für diese Unternehmung und er wird von einem Trekking und 3 Erstbesteigern begleitet. Ich hatte anfänglich ein wenig Bedenken, immerhin sind diese 3 nicht mehr die Jüngsten, doch wenn Sie sie gesehen hätten ? einfach eine Freude, dass Menschen zwischen 75 und 80 Jahren noch so fit sind! Einfach nur schön. Diese Expedition wir unter anderem auch vom Schweizer Fernsehen begleitet und Sie können dann im Herbst die Helden vom Dhaulagiri bestaunen.
Zudem finden noch zwei Mt. Everest-Expeditionen, eine von Süden (Nepal) und eine von Norden (Tibet), statt, was mich sehr freut. Die Expedition von der Südseite her wird von selbständigen Bergführern geleitet. Die von der Nordseite her, ist eine klassische Kobler & Partner-Expedition und auch sie wird von einem Trekking auf den North Col (7000 m) begleitet. Auf der Nordseite haben wir noch ein Problem, das es zu lösen gibt und dies ist die Bewilligung der Chinesischen Regierung. Wie es aussieht, erhalten wir die Permits zur Einreise ins Tibet erst zwischen dem 8. und 10. April. Es ist immer wieder unverständlich, warum die Chinesische Regierung solche Beschränkungen erlässt, denn auch die einheimische Bevölkerung bekundet offensichtlich Mühe damit.

Das Cargo für die Frühlingsexpeditionen steht bereit.

Das Cargo für die Frühlingsexpeditionen wird abgeholt.
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