Dhaulagiri-Expedition im BasislagerAn alle Interessierten der Dhaulagiri Jubiläumsexpedition
Vor zwei Tagen sind die Expeditionsgruppe, die Trekkinggruppe, die Erstbesteiger und das SFDOK Team im Basislager des Dhaulagiri auf 4650m über Meter angekommen.
Der Weg dahin ist von vielen Erlebnissen geprägt und hat auch einiges abverlangt an Kondition, Überwindung und Durchhaltewillen.
Von Pokhara fuhren wir in zwei Bussen in 5 stündiger Fahrt nach Beni. Dort wurden die Busse getauscht in geländegängigere Modelle, welche nicht gerade vertrauenserweckend auf uns wirkten. In einer 3 stündigen Extremfahrt mit viel Staub und an haarsträubenden Abgründen vorbei erreichten wir ziemlich durchgerüttelt den Ausgangsort unseres Anmarsches, Darbang auf 1180 m. Die erste Nacht im Zelt erwartete uns. Auf dem Schulhof haben wir den geeigneten Ort für unsere mehr als 20 Zelte gefunden. Am nächsten Morgen in der Früh nahmen wir die erste Etappe unter die Füsse und bekamen die enorme Hitze im Tal des Myagdi Khola zu spüren. Speziell unseren älteren Herren setzte die Hitze zu, sodass wir anderntags die Etappe zum höher gelegenen Ort Sibang noch früher antraten. Die nächsten 3 Tage führten uns an steilen Felswänden entlang in der engen Schlucht des Myagdi Khola.
Viele Höhenmeter wurden bewältigt durch unzählige Auf- und Abstiege bis der nächste Ort mit dem Namen Dobang auf 2500 m erreicht wurde. In einer idyllischen Waldlichtung
bezogen wir unsere Zelte.
Von nun an sind wir voll auf unsere Träger angewiesen, denn für die über 20 Maultiere gab es kein Weiterkommen mehr, da das Gelände und die zu überquerenden Flüsse für die Vierbeiner nicht mehr passierbar waren.

Brücke über einen reissenden Fluss
Selbst für uns Bergsteiger und Trekker wurde der nächste Tag zu einem sehr anspruchsvollen Trekk durch Urwald, über reissende Flüsse und auf staubigen Pfaden. Nach einem fast 7 stündigen Aufstieg erreichten wir unseren Lagerplatz auf Terrassen in einem herrlichen Rhododendronwald auf 3050 m. Endlich wurden die Nächte kühler und der verdiente Schlaf wurde bereits beim Eintreten der Dunkelheit um 18 Uhr angetreten.

Aufstieg Richtung Base Camp
Am nächsten Tag liessen wir die Waldgrenze hinter uns und erreichten nach einem 4 stündigen Aufstieg das Italy Base Camp auf 3600 Meter. Die letzten Tage haben unserem stämmigen Senior und Erstbesteiger Ernst Forrer zugesetzt, sodass es für ihn hier Endstation hiess. Durch die guten Kontakte von Kobler & Partner und unserem Mitarbeiter Dorjee Sherpa in Kathmandu organisierten wir für den nächsten Morgen einen Evakuierungsflug für den stark geschwächten Ernst.
Die nächste Etappe hatte es in sich! Durch Fixseile sicherten wir einen steilen und steinschlaggefährdeten Abstieg über eine Moräne. Das Gelände war anspruchsvoll, die Landschaft wurde karg und gebirgig. Viele Stunden waren wir unterwegs, bis wir den Gletscher betraten und unser Camp auf einer Gletschermoräne auf 4200 Meter über Meer aufschlugen. Nun machte sich die Höhe bemerkbar, die Schritte wurden kleiner, die Pausen länger.
Nach über einer Woche Anmarsch erreichten 13 Expeditionsteilnehmer, 7 Trekker, 2 Erstbesteiger und 2 SFDOK Leute am 21. April 2010 das Dhaulagiri Base Camp auf 4650 Meter.
Dass sich der Mensch auf dieser Höhe nicht sofort wohl fühlt zeigte sich an Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit einiger Teilnehmer. Die erste Nacht brachte nicht sehr viel Schlaf, doch danach gewöhnten sich die meisten Alpinisten und Trekker an die neue Höhe. Hugo Weber bereitete seine Herzschwäche Schwierigkeiten. Der Erstbesteiger von 1960 mit seinen 76 Jahren fühlte sich nicht wohl und ein Weiteraufstieg über den French Col mit über 5300 Meter wollten wir Hugo nicht mehr zutrauen. Am 23. April 2010 holte ihn ein Helikopter aus dem Base Camp ab und in der Begleitung einer Trekkerin erreichte er gesund und glücklich Kathmandu. Das Erreichen des Schweizer Basislagers auf 4650 m nach 50 Jahren war für ihn ein unglaubliches Erlebnis und seine glücklich strahlenden Augen beim Besteigen des Helikopters bleiben uns in Erinnerung.

Trägerin vor dem sog. "Eiger", dem Vorbau des Dhaulagiri
Nun ist Ruhe eingekehrt im Base Camp, die Trekker sind weitergezogen über den French Col. Die Jubiläumsexpedition teilt sich das Base Camp mit einer Iranischen und einer Chinesischen Expedition. Für morgen Samstag ist die Puja Zeremonie geplant. Erst wenn der Berg für uns Bergsteiger durch diese buddhistische Feier wohlgestimmt worden ist, werden wir uns an den Aufstieg wagen. Am Sonntag, 25. April ist der erste Aufstieg ins auf 5700 Meter gelegene Camp 1 geplant. Viele Zelte, Schlafsäcke, Kocher, Seile und weiteres Expeditionsmaterial werden wir in dieses Camp transportieren.
Aus dem Dhaulagiri Base Camp 4650m grüsst
Richard Bolt, Expeditionsleiter und Bergführer UIAGM

Der Schreibende im Basecamp des Dhaulagiri
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